WissenschaftDeutschland-Fokus15 min Lesezeit10. Januar 2026

Blei in Whey Protein: Was die Wissenschaft wirklich sagt

Immer wieder sorgen Berichte über Blei in Proteinpulver für Verunsicherung. Wir analysieren die aktuellen Studiendaten – inklusive deutscher Forschung vom BfR – und zeigen, warum Blei in Whey Protein in den typischen Mengen kein Gesundheitsrisiko darstellt.

Blei in Whey Protein - Wissenschaftliche Analyse der Schwermetallbelastung

Das Wichtigste in Kürze

  • Whey Protein enthält 9x weniger Blei als pflanzliche Alternativen
  • BfR MEAL-Studie: Proteinpulver keine relevante Blei-Quelle in Deutschland
  • Wissenschaftliche Risikobewertungen zeigen: Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko (Hazard Index < 1)
  • EU-Höchstgehalt für NEM: 3.000 µg/kg – typisches Whey liegt bei 15-70 µg/kg
  • Stiftung Warentest & ÖKO-TEST: Whey schneidet besser ab als pflanzliche Alternativen

Die Fakten: Wie viel Blei enthält Whey Protein?

Das Clean Label Project hat 2024 insgesamt 160 Proteinpulver auf Schwermetalle untersucht – die bisher umfangreichste Studie dieser Art. Die Ergebnisse zeigen ein eindeutiges Bild:

Anteil Produkte über Prop 65-Grenzwert

Clean Label Project Studie 2024 (n=160)

Whey Protein28%
Kollagen26%
Pflanzenbasiert77%
Bio-Produkte79%

Quelle: Clean Label Project, Protein Study 2.0 (2024)

Klare Erkenntnis:

Whey Protein schneidet bei Schwermetallbelastung deutlich besser ab als pflanzliche Alternativen. Pflanzliche Proteinpulver enthalten durchschnittlich 9x mehr Blei als Molkenprotein.

Bleigehalt pro Portion (µg)

Typische Werte nach Proteinart

FDA-Grenzwert: 8,8 µg/Tag →
Whey Vanille0.20.8 µg
Whey Schoko0.52 µg
Pflanzlich27 µg
Bereich
Durchschnitt

Deutschland im Fokus: BfR MEAL-Studie

DE

Die erste Total-Diet-Studie Deutschlands

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mit der MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln) die weltweit umfangreichste Studie dieser Art durchgeführt:

  • 356 Lebensmittel analysiert
  • 140.000+ Analyseergebnisse
  • Haushaltstypische Zubereitung berücksichtigt

Blei-Quellen bei Erwachsenen in Deutschland

BfR MEAL-Studie: Beitrag zur täglichen Bleiaufnahme

🌾
Getreide & Getreideprodukte18%
💧
Wasser & Getränke17%
Kaffee, Kakao, Tee16%
🍲
Zusammengesetzte Gerichte10%
🥬
Gemüse8%
📦
Sonstiges31%

Wichtig: Proteinpulver wurden in der BfR-Studie nicht als relevante Blei-Quelle identifiziert.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), MEAL-Studie 2023

Bleiaufnahme bei Erwachsenen in Deutschland

Laut BfR MEAL-Studie liegt die durchschnittliche Bleiaufnahme bei Erwachsenen in Deutschland bei:

Median (50%)

0,08–0,09

µg/kg Körpergewicht/Tag

95. Perzentil

0,14–0,16

µg/kg Körpergewicht/Tag

Für einen 80 kg schweren Erwachsenen bedeutet das:

Tägliche Bleiaufnahme (Durchschnitt)6,4 – 7,2 µg
Davon durch Whey Protein (1 Portion)+0,2 – 0,8 µg (~5-10%)

"Die Lebensmittelsicherheit hat in Deutschland einen hohen Standard. Das haben die bisherigen Ergebnisse der MEAL-Studie bestätigt."

— Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Grenzwerte: EU, Deutschland & International

DE

EU-Verordnung 2023/915 – Der rechtliche Rahmen

Die EU hat mit der Verordnung (EU) 2023/915 verbindliche Höchstgehalte für Blei in Nahrungsergänzungsmitteln festgelegt:

ProdukttypHöchstgehalt
Standard-NEM3.000 µg/kg
NEM aus Seetang/Muscheln3.000 µg/kg

Zum Vergleich: Typisches Whey Protein enthält 15–70 µg/kg – das ist nur 0,5–2,3% des EU-Höchstgehalts.

Warum Prop 65 so streng ist

Der oft zitierte Grenzwert von 0,5 Mikrogramm pro Tag stammt aus der kalifornischen Proposition 65. Was viele nicht wissen: Dieser Wert enthält einen 1000-fachen Sicherheitsfaktor.

Internationale Grenzwerte im Vergleich (µg/Tag)

Prop 65 vs. internationale Standards

Prop 65 (CA)0.5 µg
FDA (USA)8.8 µg
USP10 µg
Health Canada20 µg
WHO/FAO250 µg+
...250

Prop 65 ist bis zu 500x strenger als internationale Standards und enthält einen 1000-fachen Sicherheitsfaktor.

OrganisationLand/RegionGrenzwert
Proposition 65Kalifornien0,5 µg/Tag
FDA (IRL)USA8,8 µg/Tag
EFSA (BMDL)EU0,5 µg/kg KG/Tag*
Health CanadaKanada20 µg/Tag
WHO/FAOInternational250 µg/Tag

* EFSA Benchmark-Dosis für entwicklungsneurotoxische Effekte = 40 µg/Tag für 80 kg Erwachsenen

Wissenschaftliche Risikobewertung: Der Hazard Index

Eine umfassende Risikobewertung, veröffentlicht im wissenschaftlichen Journal Toxicology Reports (2020), untersuchte speziell die Gesundheitsrisiken durch Schwermetalle in Proteinpulver.

"Die Expositionskonzentrationen der untersuchten Metalle stellen kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar."

— Toxicology Reports, 2020 (PMC7509468)

Hazard Index (HI) nach Proteinart

Wissenschaftliche Risikobewertung (HI < 1 = unbedenklich)

00.51.0 (Grenze)
Whey: ~0.25
Mass Gainer: ~0.4
Pflanzlich: ~0.59

Alle Werte unter 1.0 = Kein erhöhtes Gesundheitsrisiko

Quelle: Toxicology Reports, 2020 (PMC7509468)

Modellierte Blutbleispiegel

Auswirkung von Whey Protein auf Blutblei (µg/dL)

1,27
Normal-
ernährung
1,50
Mit Whey
(+0,23)
5,0
CDC-
Referenz

Selbst mit Whey Protein: 70% unter dem CDC-Referenzwert

Quelle: Toxicology Reports, US EPA Adult Lead Methodology Model

Woher kommt das Blei in Whey Protein?

Blei ist ein natürlich vorkommendes Element in der Erdkruste. Der Weg in Whey Protein folgt der natürlichen Nahrungskette:

🌍Boden
🌱Gras
🐄Kuh
🥛Milch
💪Whey

Warum pflanzliche Proteine mehr Blei enthalten

Der entscheidende Unterschied: Tierbiologie als natürlicher Filter

Während pflanzliche Proteine die Bodenkontaminanten direkt aufnehmen, durchlaufen tierische Produkte einen biologischen Filterprozess. Die Kuh verstoffwechselt und filtert einen Großteil der aufgenommenen Schwermetalle.

"Anders als milchbasierte Produkte, die durch den tierischen Stoffwechsel gefiltert werden, sind pflanzliche Proteine den Umweltkontaminanten während des Anbaus direkter ausgesetzt."

— Dr. C. Michael White, Pharmakologe, University of Connecticut

Deutsche Tests: Stiftung Warentest & ÖKO-TEST

DE

Testergebnisse aus Deutschland

Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat 21 Proteinpulver auf Schadstoffe untersucht. Ergebnis: Einige Produkte fielen durch hohe Schadstoffgehalte auf – besonders betroffen waren pflanzliche und Bio-Produkte:

  • • Bio Planète, Pur Ya!, Raab Vitalfood: Erhöhte Nickel- und Aluminiumwerte
  • • Whey-basierte Produkte: Deutlich bessere Ergebnisse

ÖKO-TEST

ÖKO-TEST analysierte Proteinpulver auf Schwermetalle, Pestizide und Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Die Laboranalysen wurden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln ausgewertet.

Fazit beider Tests: Bio-Proteinpulver und pflanzliche Varianten sind häufiger mit Schwermetallen belastet als konventionelles Whey Protein.

Verbraucherzentrale Deutschland:

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass besonders ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel und Produkte aus Seetang erhöhte Schwermetallwerte aufweisen können. Standard-Whey-Produkte sind in der Regel unbedenklich.

Praktische Tipps: So minimierst du die Bleiaufnahme

1

Whey statt pflanzlich

Die Daten sind eindeutig: Molkenprotein enthält 9x weniger Blei als pflanzliche Alternativen. Whey ist die sicherste Wahl.

2

Vanille statt Schokolade

Schokoladearomen enthalten durchschnittlich 4x mehr Blei und 110x mehr Cadmium als Vanille. Kakao wächst oft in belasteten Böden.

3

Konventionell kann besser sein

Überraschend: Bio-Proteinpulver enthielten im Durchschnitt 3x mehr Blei. Organische Düngemittel können höhere Schwermetallwerte aufweisen.

4

Auf Zertifikate achten

Produkte mit Kölner Liste®, NSF oder Informed Sport bieten zusätzliche Sicherheit durch unabhängige Laboranalysen in Deutschland.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ist Blei in Whey Protein gefährlich?

Nein. Bei den typischen Mengen in Whey Protein (0,2-0,8 µg pro Portion) besteht laut BfR und wissenschaftlicher Risikobewertung kein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Der Hazard Index liegt deutlich unter 1.

Warum steht auf manchen Produkten ein Prop 65-Warnhinweis?

Die kalifornische Proposition 65 verlangt Warnhinweise bei bereits extrem niedrigen Mengen (0,5 µg/Tag mit 1000-fachem Sicherheitsfaktor). Diese Grenzwerte sind 17-500x strenger als EU- und internationale Standards.

Welches Proteinpulver hat am wenigsten Blei?

Whey-basierte Proteinpulver in Vanillegeschmack zeigen die niedrigsten Bleiwerte. Pflanzenbasierte, schokoladenhaltige und Bio-Varianten enthalten deutlich mehr.

Was sagt das BfR zu Blei in Nahrungsergänzungsmitteln?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in der MEAL-Studie festgestellt, dass die Hauptquellen für Blei in Deutschland Getreide, Wasser und Kaffee sind – nicht Proteinpulver.

Gibt es in Deutschland Grenzwerte für Blei in Proteinpulver?

Ja. Die EU-Verordnung 2023/915 legt einen Höchstgehalt von 3.000 µg/kg für Nahrungsergänzungsmittel fest. Typisches Whey liegt bei 15-70 µg/kg – weit darunter.

Fazit: Die Wissenschaft spricht eine klare Sprache

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse

  1. 1Whey ist sicher: 9x weniger Blei als pflanzliche Alternativen, weit unter allen EU- und internationalen Grenzwerten
  2. 2BfR bestätigt: Proteinpulver sind keine relevante Blei-Quelle in Deutschland
  3. 3Hazard Index unter 1: Wissenschaftlich nachgewiesen unbedenklich
  4. 4Prop 65 ist extrem konservativ: 1000-facher Sicherheitsfaktor, 500x strenger als WHO
  5. 5Deutsche Tests bestätigen: Whey schneidet besser ab als pflanzliche und Bio-Alternativen

Bottom Line

Du kannst dein Whey Protein bedenkenlos konsumieren. Die wissenschaftlichen Daten – inklusive der deutschen BfR MEAL-Studie – zeigen eindeutig, dass die enthaltenen Bleimengen weit unter jeder gesundheitsrelevanten Schwelle liegen.

Quellen & Studien

Deutsche Behörden & Studien

EU-Regulierung

Internationale Studien

Wissenschaftliche Einordnung

Auf der Suche nach dem besten Whey Protein?

Vergleiche über 500 Whey Proteinpulver nach Preis, Proteingehalt und Nährwerten – alle in Deutschland erhältlich.

ProteinDBProteinDB

Your Protein Price Comparison

Newsletter

Mit der Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

© 2026 ProteinDB. All rights reserved
Made with ❤️ in Germany